1623 Menschen fordern Verkehrsberuhigung in allen 23 Wiener Bezirken – und jetzt ist die Auswertung fertig und online!

Zusammen mit Geht Doch und der Radlobby hatten wir euch eingeladen, eure Wünsche und Ideen für Verkehrsberuhigung in ganz Wien auf einer gemeinsamen Map-!t-Karte einzutragen – und über 1.600 Menschen haben mitgemacht! Mehr als 5.000 Mal wurde zugestimmt und es sind Ideen aus allen 23 Bezirken zusammengekommen. Das zeigt: Der Wunsch nach Verkehrsberuhigung ist kein lokales Phänomen, sondern ein Anliegen ganz Wiens. Für die einzelnen Bezirke und für die gesamte Stadt gibt es jetzt eine detaillierte Auswertung. Als Nächstes bringen wir die Ergebnisse in die Bezirksvorstehungen und zu Planungsstadträtin Ulli Sima.
👉 Hier geht’s zur Gesamtanalyse und hier zu den Analysen der Bezirke.
Was die Menschen bewegt
Inhaltlich dominieren zwei eng verwandte Anliegen: der Wunsch nach mehr Grün und Kühlung in überhitzten Grätzln sowie die Forderung nach mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, der derzeit überwiegend dem ruhenden und fließenden Autoverkehr dient.
Eng damit verbunden ist das Thema Durchzugsverkehr: Viele Einträge beschreiben, wie Wohnstraßen als Abkürzungen genutzt werden, nachdem benachbarte Hauptstraßen beruhigt wurden.
Besonders häufig genannt werden die Wallensteinstraße in der Brigittenau, der Bereich rund um den Hannovermarkt, die Ramperstorffergasse in Margareten und der Laurentiusplatz in Penzing. Auffällig ist, dass mehrere Einträge auf bereits laufende Nachbarschaftsinitiativen verweisen – ein Zeichen dafür, dass die Ideen für diese Grätzl schon umsetzungsreif sind.
Auch quartiersübergreifende Superblock-Konzepte werden vielfach vorgeschlagen: etwa für das Lichtental im Alsergrund (von 35 Menschen unterstützt), das Volkertviertel in der Leopoldstadt (von 39 Menschen unterstützt) und den Höchstädtplatz-Bereich in der Brigittenau (von 29 Menschen unterstützt). Als häufigste Maßnahmen nennen die Einträge Modalfilter und Diagonalsperren gegen den Durchzugsverkehr, die Reduktion von Oberflächenparkplätzen zugunsten von Begrünung und Sitzgelegenheiten sowie autofreie oder verkehrsberuhigte Schulvorplätze.
Ein klares Signal an die Stadt
Die Resonanz auf der gemeinsamen Low-Traffic-Grätzl-Karte zeigt deutlich: Die Wiener:innen wollen Veränderung für ihr Lebensumfeld. Viele eingereichte Ideen kommen aus Grätzln, in denen sich Anrainer:innen schon lange für Verkehrsberuhigung und mehr Aufenthaltsqualität stark machen – etwa die Initiativen im Lichtental in der Zentagasse und am Laurentiusplatz. Dass ihre Anliegen auf der Karte so große Bestätigung finden, ist ein klares Signal an die Stadt: Beteiligung darf nicht in der Schublade verschwinden.
Bei unseren ersten Besuchen in den Bezirksvorstehungen war die Resonanz durchaus positiv. Die Bezirksvorsteher:innen wollen sich die Ideen ansehen und mit ihren Teams besprechen. Vieles, was von eurer Seite eingebracht wurde, findet sich zudem bereits als Maßnahmenfeld in den Masterplänen Gehen der einzelnen Bezirke.
Viele Bewohner:innen und lokale Initiativen wollen in den städtebaulichen Umgestaltungsprozessen als lokale Multiplikator:innen und Partner:innen des Bezirks auftreten. Dieser Schatz an lokaler, sozialräumlicher Expertise stellt für Wien ein oft noch zu wenig genutztes Potenzial dar – wir erinnern die Bezirke daran, diesen Mehrwert von lokalem Engagement bei den Low-Traffic-Grätzl-Umgestaltungen anzuerkennen.
Mach weiter mit!
Die Karte ist zwar geschlossen, aber dein Engagement für dein Grätzl geht weiter: Geht Doch und die Radlobby treffen sich regelmäßig zu monatlichen Treffen, die offen für alle sind. Und WirMachenWien bietet regelmäßig spannende Workshops rund um Themen der Mobilitätswende an. Abonnier unserem Newsletter, um Bescheid zu wissen!

