Was ist bei der Planung einer Social-Media-Kampagne für euer Anliegen zu beachten?
Viktoria Eibensteiner arbeitet im Bereich Social Media und hat umfangreiche Erfahrung darin, politische Anliegen online sichtbar zu machen. Bei unserem Workshop zu Medienarbeit für Initiativen hat sie uns ihre besten Tipps gezeigt – ohne Werbebudget, aber mit Strategie.
Interessiert ihr euch auch für Medienarbeit allgemein? Unsere Expert:innentipps zu Medienarbeit für Initiativen findet ihr hier.

1. Ziele und Zielgruppen: Was haben die anderen davon?
Die erste Frage beim Erstellen von Content sollte immer lauten: Welchen Mehrwert biete ich? Wieso sollte das irgendwen interessieren? Überlegt euch dazu:
- Was teile ich und wieso?
- Für wen erstelle ich diesen Content? Für wie viele Menschen?
- Spreche ich in der Sprache meiner Bubble oder in der Sprache der Vielen? (Beides kann Vor- und Nachteile haben!)
Unser How-to zu Medienarbeit gibt hilfreiche Tipps, wie ihr euer Anliegen möglichst relevant formuliert.
Auch bei Kommentaren unter euren Beiträgen ist das relevant, denn das gesamte Publikum kann mitlesen.
2. Plattformen: Wo erreiche ich wen?
Verschiedene Plattformen haben unterschiedliche Altersgruppen, was sich auch auf die Inhalte auswirken kann. Ein wiederbelebtes Projekt kennen ältere Nutzer:innen auf Facebook vielleicht noch, während es für jüngere auf anderen Plattformen völlig neu ist.
- Instagram, Facebook und TikTok sind generell am relevantesten für Initiativen. Je nach Zielgruppe können auch Whatsapp, LinkedIn oder BlueSky sinnvoll sein. Gut zu wissen:
Instagram erlaubt längere Bildunterschriften (Captions), TikTok funktioniert besser mit kurzen Texten - Instagram hat sich verändert: Früher war alles sehr geschliffen, heute ist durch den Einfluss von TikTok auch authentischer Content erfolgreich
- Text- oder fotobasierte Plattformen? Während auf Instagram und Tiktok das Bild bzw. das Video die Aussage beinhaltet, ist es auf Facebook und LinkedIn anders. Dort erregen Fotos Aufmerksamkeit; der Text erzählt jedoch die Geschichte.
Verschiedene Plattformen haben unterschiedliche Altersgruppen, was sich auch auf die Inhalte auswirken kann. Ein wiederbelebtes Projekt kennen ältere Nutzer:innen auf Facebook vielleicht noch, während es für jüngere auf anderen Plattformen völlig neu ist.
3. Inhalte entwickeln: Worauf es ankommt
Die gute Nachricht: Auch Profis wie Viktoria arbeiten mit dem Handy – das reicht völlig aus! Die wichtigsten Qualitätsmerkmale sind universell: gutes Bild, guter Ton.
Was bei Videos zusätzlich viel ausmacht:
- Die ersten 1-2 Sekunden sind entscheidend. Was dort passiert, weckt das Interesse des Publikums; oder eben nicht
- Wiedererkennbarkeit von Personen ist sehr wichtig, am besten sind Gesichter direkt in der ersten Sequenz sichtbar
- Nutzer:innen verlassen ungern die Plattform, vor allem bei Instagram und TikTok. Wenn ihr Inhalte auf anderen Seiten bewerben wollt, teilt am besten Ausschnitte als Teaser statt nur Links (wie etwa bei Podcasts oder Artikeln)
4. Design: Kohärenz schafft Wiedererkennbarkeit
Eure Social-Media-Kampagne braucht ein einheitliches Erscheinungsbild, das sowohl die Kampagne als auch eure Gruppe wiedererkennbar macht.
Achtet auf eine übereinstimmende Bildsprache bei:
- Farben, Schriftarten, Logos
- Aufbau: Textplatzierung und Zeilenabstände
- Ablauf: Einstieg, Storytelling, Call-to-Action
- Sprache: Wortwahl, eventuell Dialekt
- Sound: Jingle, Soundeffekte, Hintergrundmusik
- Markengesichter: Aussehen, Stimme, Körpersprache der Personen, die für euch sprechen
5. Kampagnen-Planung: Euer Anliegen als Geschichte
Eine Kampagne bedeutet, euer Anliegen als zusammenhängende Geschichte zu erzählen, statt als isolierte Posts.
Lest dazu auch mehr in unserem How-To zu Medienarbeit!
Ein wichtiger Tipp von Viktoria: Arbeitet lieber nicht mit bezahlten Ads. Posts, mit denen wenig interagiert wird, merken sich die Plattformen. Außerdem registrieren die Algorithmen, dass ihr bereit seid, Geld auszugeben, und zeigen eure organischen Posts dann noch weniger Menschen.
Danke an Viktoria Eibensteiner für die praxisnahen Einblicke und an alle Teilnehmenden für den regen Austausch!
Der Workshop “Medienarbeit für Initiativen” fand am 17.01.2026 in der ÖBB Innovation Factory in Wien statt und wurde durch eine Förderung der Österreichischen Gesellschaft für Politische Bildung ermöglicht.